Neun Checklisten zum Mitnehmen
Klarheit in neun Schritten.
Praktische Checklisten für Erben einer Immobilie — von den ersten Tagen nach dem Erbfall bis zur tragfähigen Entscheidung. Zum Anhaken, Ausdrucken oder als PDF speichern.
Über FABONO
Wer wir sind und was wir tun.
FABONO ist spezialisiert auf die Begleitung von Erben einer Immobilie. Mit über zwanzig Jahren Erfahrung führen wir Sie durch alle Phasen — von der ersten Orientierung bis zur tragfähigen Entscheidung. Persönlich, strukturiert und ohne Verkaufsdruck.
In jeder Erbimmobilie sehen wir das Leben, das dort gelebt wurde. Was Generationen aufgebaut haben, verdient eine Begleitung mit Würde, Klarheit und Ruhe.
📍 FABONO begleitet Erben bundesweit — mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet.
Unsere Leistungen für Erben
Die rechtliche und steuerliche Bewertung erfolgt ausschließlich durch zugelassene Berufsträger. Unsere Aufgabe ist es, alles dafür sauber vorzubereiten und die Zusammenarbeit zu koordinieren.
01 — Erstberatung
Erstberatung für Erben
Kostenfreies, unverbindliches Erstgespräch zur Orientierung — telefonisch, per Video oder persönlich.
02 — Wertermittlung
Wertermittlung & Marktanalyse
Realistische, fundierte Einschätzung von Marktwert, Zustand und Potenzial — klar und ohne Beschönigung.
03 — Entscheidung
Entscheidungsberatung
Verkaufen, vermieten oder behalten — wir prüfen sachlich, welcher Weg zu Ihrer Situation passt.
04 — Erbengemeinschaft
Begleitung von Erbengemeinschaften
Faire Entscheidungsgrundlagen und strukturierte Gespräche, wenn mehrere Erben mitentscheiden.
05 — Verkauf
Verkaufsbegleitung
Komplette Abwicklung von der Unterlagenbeschaffung über Vermarktung bis zur Schlüsselübergabe.
06 — Vermieten / Behalten
Vermietungs- & Behalte-Check
Wirtschaftliche Prüfung, ob Eigennutzung oder Vermietung sich langfristig wirklich rechnen.
07 — Unterlagen
Unterlagenbeschaffung
Grundbuch, Energieausweis, Bauakte, Baulasten, Altlasten — wir koordinieren Behörden und Dienstleister.
08 — Räumung
Entrümpelung & Räumung
Diskret, respektvoll gegenüber dem, was war, und zu fairen Konditionen.
09 — Sanierung
Sanierungs- & Aufwertungsberatung
Welche Investitionen den Verkaufserlös tatsächlich steigern — und welche sich nicht rechnen.
Einleitung
Eine geerbte Immobilie bringt selten nur ein Haus mit sich.
Eine geerbte Immobilie bringt Fragen, Verantwortung und Entscheidungen — oft alles gleichzeitig. Diese Checklisten sind aus über zwanzig Jahren Begleitung von Erben im Rhein-Main-Gebiet entstanden. Sie ersetzen keine Beratung, aber sie geben Ihnen, was am Anfang am meisten fehlt: einen klaren Anfang.
Übersicht
Neun Werkzeuge für Ihre Situation.
I — Sofort
Sofort-Checkliste nach dem Erbfall
Die zehn wichtigsten Schritte in den ersten Wochen.
II — Unterlagen
Unterlagen-Checkliste
Welche Dokumente Sie zusammentragen sollten.
III — Umschreibungen
Anbieter, Behörden und Verträge
Wer informiert oder umgeschrieben werden muss.
IV — Zustand
Zustands-Checkliste für die Immobilie
Erste, ehrliche Einschätzung des Objekts.
V — Optionen
Verkaufen, vermieten oder behalten?
Drei Wege im strukturierten Vergleich.
VI — Familie
Familiengespräch in der Erbengemeinschaft
Vorbereitung, Gesprächsregeln, Dokumentation.
VII — Persönlich
Eigene Einschätzung
Was wirklich zu Ihrem Leben passt.
VIII — Warnzeichen
Warnzeichen-Checkliste
Wann Sie innehalten und prüfen sollten.
IX — Endcheck
Die zehn wichtigsten Fragen
Vor jeder endgültigen Entscheidung.
Checkliste I — Sofort
Sofort-Checkliste nach dem Erbfall.
In den ersten Wochen nach einem Erbfall geht es nicht darum, alles sofort zu lösen. Es geht darum, einen Überblick zu gewinnen — bevor aus Unsicherheit Druck wird.
Die ersten zehn Schritte
- Ruhe bewahren. Keine vorschnellen Entscheidungen treffen — auch nicht unter Druck der Familie.
Die meisten Fristen sind länger als gefühlt. - Klären, wer Erbe ist. Testament, Erbvertrag oder gesetzliche Erbfolge sichten. Bei Unklarheit: Nachlassgericht oder Notar einbeziehen.
- Zugang zur Immobilie sichern. Schlüssel sammeln, Briefkasten leeren lassen, gegebenenfalls Schloss tauschen.
- Laufende Kosten erfassen. Strom, Wasser, Heizung, Grundsteuer, Hausgeld, eventuell Darlehensraten — was läuft weiter?
- Versicherungen ernst nehmen. Gebäudeversicherung, Wohngebäudehaftpflicht, gegebenenfalls Hausratversicherung — Versicherer über den Erbfall informieren.
Bei leerstehenden Häusern können Schutzleistungen sonst entfallen. - Unterlagen sammeln. Was vorliegt, geordnet ablegen — was fehlt, notieren. Siehe Checkliste II.
- Zustand grob einschätzen. Ein erster Rundgang reicht: Dach, Heizung, Feuchtigkeit, Sanierungsstau. Kein Gutachten — nur ein ehrlicher Eindruck.
- Persönliche Situation bewerten. Nicht nur die Immobilie — auch Sie selbst: Wie viel Zeit, Geld und Energie können Sie wirklich investieren?
- Keine voreiligen Zusagen. Weder gegenüber Miterben noch Maklern, Käufern oder Mietern — bevor die Lage geklärt ist.
- Erste Prioritäten setzen. Was ist jetzt wichtig, was kann warten? Nicht alles auf einmal — aber das Dringendste zuerst.
„Wer in den ersten Wochen Ruhe bewahrt, gewinnt im weiteren Verlauf oft Monate.“
Checkliste II — Unterlagen
Unterlagen — was Sie brauchen.
Ohne die richtigen Dokumente wird fast jede Entscheidung schwieriger. Es muss nicht alles sofort vollständig sein — aber Struktur hilft, schneller zu Klarheit zu kommen.
Zur Erbsituation
- Sterbeurkunde (mehrere beglaubigte Kopien)
- Testament oder Erbvertrag (sofern vorhanden)
- Erbschein oder europäisches Nachlasszeugnis
Wird oft erst für Grundbuch und Banken benötigt — nicht immer zwingend. - Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichts
Zum Eigentum
- Aktueller Grundbuchauszug
Erhältlich beim zuständigen Grundbuchamt. - Ursprünglicher Kaufvertrag oder Schenkungsvertrag
- Teilungserklärung und Aufteilungsplan (bei Eigentumswohnung)
- Liegenschaftskarte oder Flurkarte
Zur Immobilie selbst
- Komplette Bauakte beim Bauamt bestellen — Baupläne, Schnitte, Grundrisse, Baubeschreibung
Wir empfehlen, die komplette Bauakte inklusive Statik beim zuständigen Bauamt zu bestellen und sie kritisch mit dem tatsächlichen Ist-Zustand der Immobilie zu vergleichen. Die Bauakte zeigt den genehmigten Stand — und genau das ist die Bezugsgröße für jede Bewertung, jede Finanzierung und jeden späteren Verkauf.
In vielen Häusern existieren genehmigungspflichtige Umbauten ohne Baugenehmigung — Wintergärten, Anbauten, Dachgauben, Carports oder ausgebaute Dachgeschosse. Solche Schwarzbauten haben spürbare Folgen: Käufer ziehen sie vom Kaufpreis ab, Banken verweigern häufig die Finanzierung, Versicherungen können im Schadensfall Leistungen kürzen, und die Bauaufsicht kann nachträgliche Auflagen aussprechen — Verpflichtungen, die den neuen Eigentümer treffen.
Hinzu kommt eine Aufklärungspflicht im Verkauf: Wer Mängel verschweigt, riskiert juristische Auseinandersetzungen mit dem Käufer — eine Frage, die im Einzelfall mit einem Anwalt zu klären ist. - Auszug aus dem Baulastenverzeichnis
Beim Bauamt geführt. Hier sind öffentlich-rechtliche Verpflichtungen eingetragen — Abstandsflächen, Stellplatz- oder Zufahrtspflichten, die das Grundstück gegenüber Nachbarn oder der Gemeinde betreffen. Diese Lasten stehen nicht im Grundbuch und werden deshalb leicht übersehen. - Auszug aus dem Altlastenverzeichnis
Bei der Unteren Bodenschutzbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt. Ein Eintrag — auch ein bloßer Verdacht — kann den Marktwert erheblich beeinflussen und Sanierungspflichten auslösen. - Auszug aus dem Denkmalschutzverzeichnis
Bei der Denkmalschutzbehörde. Wichtig wegen Genehmigungspflicht bei Umbauten und Sanierungen. - Erschließungsbeitragsbescheinigung
Von der Gemeinde. Bestätigt, dass alle Erschließungsbeiträge — Straße, Kanal, Gehweg, Beleuchtung — bereits bezahlt sind. Offene Beiträge können sonst noch Jahre später nachgefordert werden. - Wohnflächenberechnung
- Energieausweis (gültig?)
Bei Verkauf oder Vermietung gesetzlich vorgeschrieben. - Nachweise über Modernisierungen und Sanierungen
- Wartungsverträge (Heizung, Schornstein, Aufzug)
Zu Kosten, Belastungen und Verträgen
- Grundsteuerbescheid und Einheitswert / Grundsteuerwert
- Versicherungspolicen (Gebäude, Haftpflicht, Hausrat)
- Darlehensverträge und aktueller Restschuldsaldo
- Eingetragene Belastungen, Wegerechte, Wohnrechte
- Verbrauchsabrechnungen (Strom, Gas, Wasser) der letzten zwei bis drei Jahre
Zur Nutzung, Vermietung oder Verwaltung
- Mietverträge, Nachträge, Kautionsnachweise
- Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre
- Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan (bei ETW)
- Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen
- Verwaltervertrag (bei ETW oder Mehrfamilienhaus)
Checkliste III — Umschreibungen
Anbieter, Behörden und Verträge — wer informiert werden muss.
Sobald geklärt ist, wer Erbe geworden ist, beginnt die operative Arbeit: Versorger, Behörden, Versicherungen und Dienstleister müssen vom Eigentümerwechsel erfahren. Manches ist sehr dringend, anderes kann warten — diese Checkliste hilft, nichts zu vergessen.
Energie und Versorgung
- Stromanbieter informieren — Vertrag umschreiben oder kündigen
Zählerstand mit Datum dokumentieren — wichtig für die Schlussabrechnung. - Gasanbieter informieren — Zählerstand notieren
- Stadtwerke / Wasserversorger — Wasser- und Abwasseranschluss umschreiben
Zählerstand bei Wasser ebenfalls dokumentieren. - Heizöl-Lieferant (falls Öltank vorhanden) — Restbestand inventarisieren
- Fernwärme-Versorger (bei Fernwärmeanschluss)
- Müllabfuhr / Abfallwirtschaft der Gemeinde — Anmeldung übertragen, Tonnenzuteilung prüfen
- Bezirksschornsteinfeger informieren — Eigentümerwechsel und Pflichttermine
Kommunikation und Medien
- Telefon / Internet / DSL — Vertrag umschreiben oder kündigen
- Kabel-TV / Satellitenanlage — laufenden Vertrag prüfen
- Rundfunkbeitrag (ARD ZDF Deutschlandradio) — Sterbefall melden, Anmeldung neu klären
Bei leerstehenden Wohnungen kann eine Befreiung beantragt werden.
Behörden und Steuern
- Grundbuchamt — Grundbuchberichtigung beantragen
Innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall ist die Berichtigung gebührenfrei. - Finanzamt — Erbfall innerhalb von drei Monaten anzeigen
Erbschaftsteuererklärung folgt später nach Aufforderung. - Stadt oder Gemeinde — Steueramt — Grundsteuer auf Erben umschreiben
- Bauamt prüfen — offene Anträge, Baulasten, Bauverpflichtungen?
- Einwohnermeldeamt — bei Eigennutzung Anmeldung erforderlich
- Hundesteuer abmelden (falls Verstorbene:r einen Hund hatte)
Versicherungen — sofort prüfen
- Wohngebäudeversicherung — Versicherer unverzüglich informieren
Bei Verzögerung kann der Schutz lückenhaft werden — gerade bei leerstehenden Häusern besonders kritisch. - Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht — Eigentümerwechsel anzeigen
- Hausratversicherung — bei Eigennutzung umschreiben, sonst kündigen
- Elementarschadenversicherung (Hochwasser, Sturm, Erdrutsch) — Übertragbarkeit prüfen
- Glasversicherung — laufenden Vertrag prüfen
- Öltankversicherung (bei Heizöltank) — Versicherer informieren
Banken und Finanzierung
- Hypothekenbank — bei Restschuld Bank vom Erbfall informieren
Schuldnerwechsel oder -übernahme rechtzeitig klären. - Bausparkasse — bei laufendem Bausparvertrag
- KfW oder Förderbank — bei Förderdarlehen Konditionen klären
Bei vermieteter Immobilie
- Mieter informieren — schriftliche Mitteilung über Eigentümerwechsel mit neuer Bankverbindung
- Mietkaution — Treuhandkonto übertragen
- Hausverwaltung / Mietverwalter vom Wechsel informieren
Bei Eigentumswohnung (WEG)
- WEG-Verwaltung — Eigentümerwechsel mit Eigentumsnachweis melden
- Hausgeld-Lastschrift — Kontoverbindung anpassen
- Mitteilung an die Eigentümergemeinschaft über die Verwaltung
Dienstleister und Wartung
- Heizungswartung — laufenden Vertrag prüfen, Wartungsturnus klären
- Gartenpflege / Hausmeister — Vertrag prüfen, fortführen oder kündigen
- Aufzugswartung (bei Mehrfamilienhaus) — meist über Verwaltung
- Alarmanlage / Sicherheitsdienst — Vertrag und Zugangsdaten übertragen
- Rauchmelder-Wartung — gesetzliche Wartungspflicht beachten
- Reinigungsdienst Treppenhaus (bei MFH oder ETW)
- Schädlingsbekämpfung (falls laufender Wartungsvertrag)
Sonstiges
- Photovoltaik-Anlage (falls vorhanden) — Netzbetreiber, Einspeisevergütung umschreiben
Steuerliche Behandlung der Einspeisung mit Steuerberater klären. - Mitgliedschaft Haus & Grund oder Eigentümerverein
- Mieterverein (falls vermietet und Mitgliedschaft besteht)
- Garten- oder Kleingartenverein (falls Pacht besteht)
- Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post einrichten
- Daueraufträge und Lastschriften auf dem Konto des Verstorbenen prüfen
„Versicherungen sind eilig — bei Verzögerung kann der Schutz erlöschen. Vereine und Wartungsverträge können warten. Wer in der richtigen Reihenfolge handelt, vermeidet die teuren Fehler.“
Checkliste IV — Zustand
Zustand der Immobilie — ehrlich gesehen.
Eine erste, nüchterne Einschätzung — kein Gutachten, sondern ein strukturierter Rundgang. Schon dieser Blick zeigt, wo Aufwand entstehen könnte.
Hülle und Tragwerk
- Dach. Eindeckung sichtbar in Ordnung? Letzte Sanierung bekannt?
- Fassade. Risse, abblätternde Farbe, sichtbarer Sanierungsbedarf?
- Fenster. Verglasung, Dichtungen, Alter — Einfach-, Doppel- oder Wärmeschutzverglasung?
- Keller. Trocken? Geruch? Sichtbare Feuchteränder?
Technik
- Heizung. Alter, Typ, letzte Wartung — und: GEG-konform oder Austauschpflicht in Sicht?
Öl- und Gasheizungen unterliegen zunehmend regulatorischen Fristen. - Elektrik. Sicherungskasten modern? Alte Stoffleitungen sichtbar?
- Sanitär. Zustand der Bäder, Leitungen, Warmwasserbereitung.
- Lüftung / Schimmel. Sichtbare Stellen in Bad, Schlafzimmer, Außenwänden?
Innen
- Bodenbeläge. Zustand, Alter, sichtbare Schäden.
- Wände und Decken. Risse, Verfärbungen, alte Tapeten.
- Türen. Zargen, Beschläge, Schalldämmung.
- Küche. Eingerichtet? Modernisiert? Übernommen oder verbleibend?
Außen und Grundstück
- Garten / Außenanlagen. Pflegezustand, Zaun, Wege.
- Garage / Carport / Stellplatz. Zustand und Zuordnung.
- Nachbarschaft und Lage. Erster Eindruck, Lärm, Erreichbarkeit.
„Wer den Zustand zu früh schönredet, bezahlt später doppelt — beim Verkaufspreis und bei der Glaubwürdigkeit.“
Checkliste V — Optionen
Verkaufen, vermieten oder behalten?
Drei Wege im strukturierten Vergleich. Nicht: Welche Lösung klingt am schönsten. Sondern: Welche Lösung ist für Ihre Situation langfristig tragfähig?
Verkaufen
Vermieten
Behalten
Beantworten Sie die Punkte oben, um Ihre Tendenz zu sehen.
„Eine geerbte Immobilie ist keine Standardentscheidung. Sie ist eine Lebensentscheidung — und sollte auch so behandelt werden.“
Checkliste VI — Familie
Familiengespräch in der Erbengemeinschaft.
Wenn mehrere erben, geht es nicht nur um die Immobilie, sondern auch um Abstimmung, Kommunikation und Fairness. Diese Vorlage hilft, das erste Gespräch zu strukturieren.
Vorbereitung — vor dem Gespräch
- Alle Erben sind eingeladen — niemand wird übergangen
- Termin steht früh genug fest , alle haben Zeit
- Unterlagen sind vorbereitet und für alle einsehbar
- Eine realistische Werteinschätzung liegt vor (oder ist beauftragt)
- Eigene Position vorab geklärt — was ist mir wichtig, was nicht?
Gesprächsregeln — beim Gespräch
- Jede:r darf zuerst aussprechen , was wichtig ist — ohne Unterbrechung
- Sachfragen und alte Familienkonflikte werden getrennt
- Vorwürfe werden nicht aus früheren Jahren mitgebracht
- Keine schnellen Mehrheitsentscheidungen — nur abgestimmte Lösungen
- Bei Eskalation: Pause — keine Entscheidung in aufgeladener Stimmung
Inhaltliche Fragen
- Was ist jedem persönlich wichtig? (Geld, Erinnerung, Schnelligkeit, Gerechtigkeit?)
- Welche Erwartungen bestehen? Was sind die persönlichen Schmerzgrenzen?
- Wer möchte was übernehmen? Aufgaben, Kommunikation, Behördengänge.
- Welche Optionen kommen für alle infrage? Verkauf, Vermietung, Übernahme durch eine:n.
- Welche zeitlichen Vorstellungen bestehen? Schnell oder bewusst langsam?
Dokumentation — nach dem Gespräch
- Wer ist wofür zuständig? — schriftlich festhalten
- Welche Entscheidungen wurden getroffen, welche vertagt?
- Nächster Termin steht fest
- Protokoll geht an alle Beteiligten
„Selbst die wirtschaftlich beste Lösung scheitert, wenn sie als unfair erlebt wird. Fairness ist die Währung der Erbengemeinschaft.“
Checkliste VII — Persönlich
Eigene Einschätzung — was zu Ihnen passt.
Nicht jede wirtschaftlich richtige Lösung passt zu Ihrem Leben. Diese Vorlage hilft Ihnen, die persönliche Tragfähigkeit ehrlich zu prüfen — bevor Sie entscheiden.
Lebenssituation
- Wo lebe ich? Wie weit ist die Immobilie entfernt?
- Wie ist meine berufliche Situation in den nächsten fünf Jahren?
- Wie ist meine familiäre Situation? Kinder, Partner:in, Pflege?
- Wie ist mein Gesundheits- und Energiezustand realistisch?
Finanzielle Tragfähigkeit
- Welche laufenden Kosten kann ich dauerhaft tragen?
- Habe ich Rücklagen für unerwartete Reparaturen?
- Kann ich Miterben fair auszahlen , wenn ich behalte?
- Würde mich die Immobilie finanziell binden — und ist das in Ordnung?
Persönliche Bereitschaft
- Will ich wirklich Vermieter:in sein — mit allem, was dazugehört?
- Will ich selbst dort leben — oder hänge ich an einer Idee?
- Halte ich die Verantwortung über zehn Jahre durch — nicht nur jetzt?
- Entscheide ich aus Klarheit — oder aus Schuldgefühl?
Werte und Prioritäten
- Was ist mir am wichtigsten? Erinnerung, Sicherheit, Vermögen, Familienfrieden, Freiheit?
- Was würde ich in fünf Jahren bereuen? Verkauft zu haben — oder behalten zu haben?
- Was würden andere von mir erwarten? Und: Muss ich das erfüllen?
Checkliste VIII — Warnzeichen
Warnzeichen — wenn Sie innehalten sollten.
Manche Situationen sehen aus wie Fortschritt, sind aber Eskalation. Wenn eines dieser Zeichen auftritt, ist es Zeit, einen Schritt zurückzutreten — bevor Entscheidungen unumkehrbar werden.
Druck und Zeit
- Sie fühlen sich gedrängt — von Familie, Maklern oder Käufern.
- Eine Frist wird beschworen , ohne dass sie überprüft wurde.
- Sie sollen heute unterschreiben — bei einer Entscheidung, die zehn Jahre wirkt.
Emotionale Lage
- Sie entscheiden aus Schuldgefühl — nicht aus Überzeugung.
- Erinnerung verklärt den Wert über das hinaus, was der Markt hergibt.
- Sie können nicht klar sagen, warum Sie sich für einen Weg entscheiden.
Fakten und Unterlagen
- Wesentliche Unterlagen fehlen — und niemand klärt sie.
- Der Wert ist unklar — gestützt nur auf Anzeigen oder Hörensagen.
- Sanierungsbedarf wird kleingeredet — von Beteiligten, die ein Interesse daran haben.
- Vermietungsrechnungen sind „grob“ — keine echten Zahlen, nur Hoffnung.
Erbengemeinschaft
- Schweigen statt Klärung — Konflikte werden vermieden, nicht gelöst.
- Alleingänge einzelner Erben — ohne Abstimmung mit den anderen.
- Alte Familienkonflikte mischen sich mit der Sachfrage.
- Eine Entscheidung wird durchgedrückt , die nicht alle mittragen.
„Wenn ein Warnzeichen auftaucht, ist die Lösung selten Tempo. Die Lösung ist meistens: ein Schritt zurück und das richtige Gespräch.“
Checkliste IX — Endcheck
Die zehn wichtigsten Fragen — vor jeder endgültigen Entscheidung.
Wenn Sie diese zehn Fragen ehrlich beantworten können, haben Sie eine tragfähige Entscheidung getroffen. Wenn nicht: nehmen Sie sich noch Zeit.
- Habe ich die Ausgangslage vollständig erfasst?Wer erbt was, welche Lasten bestehen, welche Fristen sind real.
- Kenne ich den realistischen Marktwert?Nicht den Wunschpreis, nicht den Erinnerungswert — den nüchternen Marktwert.
- Habe ich den Zustand ehrlich eingeschätzt?Inklusive Sanierungsbedarf, Heizung und energetischem Stand.
- Passt die Entscheidung zu meiner persönlichen Situation?Nicht nur heute — sondern auch in fünf und zehn Jahren.
- Habe ich die familiäre Situation realistisch einbezogen?Erbengemeinschaft, Schenkungen, Pflichtteilsansprüche, alte Versprechen.
- Habe ich alle drei Optionen ehrlich verglichen?Verkauf, Vermietung, Eigennutzung — nicht nur die emotional naheliegendste.
- Sind die rechtlichen und steuerlichen Folgen geklärt?Erbschaftsteuer, Spekulationsfrist, Familienheim, Grundbuchberichtigung.
- Entscheide ich aus Klarheit — oder aus Druck?Wenn Druck im Spiel ist: erst der Druck weg, dann die Entscheidung.
- Würde ich in fünf Jahren noch hinter dieser Entscheidung stehen?Nicht stolz darauf sein müssen — aber sie ohne Reue tragen können.
- Was ist mein nächster konkreter Schritt?Eine Entscheidung ohne nächsten Schritt bleibt eine Absicht.
„Eine gute Entscheidung muss nicht perfekt sein. Sie muss tragfähig sein, realistisch — und für Ihre Situation stimmig.“
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Wir danken Ihnen für Ihr Interesse.
Ihre Angaben wurden als PDF bereitgestellt. Wir hoffen, dass die Checklisten Ihnen weiterhelfen, Klarheit zu gewinnen und die nächsten Schritte mit Ruhe anzugehen.
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