3.363 Einfamilienhäuser in 15 Jahren verkauft – der Generationenwechsel trifft in Wiesbaden auf älteren Bestand

3.363 Einfamilienhäuser in 15 Jahren verkauft – Titelbild der Pressemitteilung von FABONO

Eine Auswertung der Immobilienmarktberichte 2012 bis 2026 zeigt: Freistehende Häuser sind das größte Einzelsegment. Rund drei Viertel der nach Baujahr ausgewerteten freistehenden Einfamilienhäuser stammen aus der Zeit bis Mitte beziehungsweise Ende der 1970er-Jahre.

Wiesbaden, 9. Oktober 2026. Zwischen 2011 und 2025 wurden in Wiesbaden nach den jährlichen Tabellen des Gutachterausschusses insgesamt 3.363 Verkaufsfälle bei den vier ausgewiesenen Einfamilienhaus-Typen Reihenhaus, Reihenendhaus, Doppelhaushälfte und freistehendes Einfamilienhaus registriert. Das größte Einzelsegment waren freistehende Einfamilienhäuser mit 1.128 Fällen. Reihenhäuser und Reihenendhäuser zusammen kamen auf 1.391 Verkaufsfälle.

Einfamilienhausverkäufe 2011 bis 2025

Gebäudetyp Verkäufe Anteil
Freistehendes Einfamilienhaus 1.128 33,5 %
Reihenhaus 877 26,1 %
Doppelhaushälfte 844 25,1 %
Reihenendhaus 514 15,3 %
Gesamt 3.363 100,0 %

Im Durchschnitt wurden damit rund 224 Verkaufsfälle pro Jahr registriert. Eine stetig wachsende Verkaufswelle ist in der Zeitreihe bislang nicht zu erkennen: Die Jahreszahlen schwanken deutlich. 2024 wurden insgesamt 261 Fälle registriert, 2025 noch 217. Die Daten sprechen deshalb eher für einen fortlaufenden Bestandsumschlag als für eine bereits sichtbare, kontinuierlich steigende Verkaufswelle.

Das Alter der Häuser: besonders freistehende Einfamilienhäuser fallen auf

Gebäudetyp Baujahresfälle älterer Bestand* Anteil älterer Bestand*
Reihenhaus 876 490 55,9 %
Reihenendhaus 514 277 53,9 %
Doppelhaushälfte 841 415 49,3 %
Freistehendes Einfamilienhaus 1.130 853 75,5 %
Gesamt 3.361 2.035 60,5 %

* Konsolidierte Vergleichsgröße: bis Baujahr 1974 für 2011–2017, bis Baujahr 1977 für 2018–2025. Die beiden Zeiträume sind wegen der unterschiedlichen Klassengrenzen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. In einzelnen älteren Berichten weichen zudem die Summen der Stadtbezirks- und Baujahrestabellen voneinander ab; die Auswertung übernimmt die jeweils veröffentlichten Originalwerte unverändert.

Der auffälligste Befund betrifft die freistehenden Einfamilienhäuser: 853 von 1.130 in den Baujahrestabellen ausgewerteten Fällen entfallen auf den älteren Bestand – rund 75,5 Prozent. Getrennt nach den beiden Klassensystemen sind es 72,5 Prozent für 2011 bis 2017 (367 von 506 Fällen bis Baujahr 1974) und 77,9 Prozent für 2018 bis 2025 (486 von 624 Fällen bis Baujahr 1977). Die beiden Quoten dürfen wegen der unterschiedlichen Klassengrenzen nicht ohne Weiteres als zeitliche Marktveränderung interpretiert werden. Für das Marktjahr 2024 hält der Gutachterausschuss ausdrücklich fest, dass 78 von 89 verkauften freistehenden Einfamilienhäusern vor 1979 gebaut worden waren.

Baualtersklassen 2011 bis 2017

Baualtersklasse Reihenhaus Reihenendhaus Doppelhaushälfte freistehend Gesamt
bis 1949 38 14 118 87 257
1950–1974 159 106 88 280 633
1975–1999 151 75 93 107 426
ab 2000 / Neubau 39 33 70 32 174

Baualtersklassen 2018 bis 2025

Baualtersklasse Reihenhaus Reihenendhaus Doppelhaushälfte freistehend Gesamt
bis 1918 0 0 16 28 44
1919–1949 48 21 77 70 216
1950–1977 245 136 116 388 885
1978–1990 95 58 65 67 285
1991-Bestand 44 25 68 59 196
Neubauten 57 46 130 12 245

Räumliche Schwerpunkte: Nordenstadt, Biebrich, Dotzheim, Bierstadt und Sonnenberg

Die veröffentlichten Stadtbezirkstabellen erlauben zusätzlich eine räumliche Auswertung. Addiert man die einzelnen Jahreswerte, wurden die meisten Einfamilienhaus-Verkaufsfälle in Nordenstadt, Biebrich, Dotzheim, Bierstadt und Sonnenberg registriert. Auffällig ist Nordenstadt insbesondere in den Marktjahren 2019 bis 2021: 188 der insgesamt 423 erfassten Fälle entfallen auf diese drei Jahre. Bei den Doppelhaushälften weist der Gutachterausschuss für 2020 und 2021 ausdrücklich auf einen starken Einfluss der Verkäufe im Neubaugebiet Nordenstadt hin. Für die Frage nach dem älteren Bestand ist die Verteilung der freistehenden Einfamilienhäuser besonders interessant: Hier liegt Sonnenberg mit 187 Fällen deutlich vorn, gefolgt von Nordost mit 135, Biebrich mit 107, Dotzheim mit 90 und Naurod mit 87 Fällen.

Stadtbezirk Reihenhaus Reihenendhaus Doppelhaushälfte freistehend Summe
Nordenstadt 158 96 130 39 423
Biebrich 83 42 106 107 338
Dotzheim 84 60 67 90 301
Bierstadt 113 64 45 69 291
Sonnenberg 39 17 41 187 284
Nordost 19 20 48 135 222
Kostheim 71 25 85 25 206
Südost 36 19 54 56 165
Naurod 14 16 33 87 150
Delkenheim 42 28 35 45 150
Auringen 35 28 35 24 122
Breckenheim 31 22 20 48 121
Klarenthal 49 24 2 18 93
Kastel 36 12 15 24 87
Schierstein 1 8 27 36 72
Erbenheim 13 9 17 23 62
Rheingauviertel 29 10 14 6 59
Rambach (2012–2025) 1 2 25 26 54
Igstadt (2012–2025) 12 3 17 19 51
Medenbach 2 5 8 25 40
Kloppenheim (2012–2025) 3 1 6 17 27
Heßloch (2012–2025) 3 1 5 5 14
Frauenstein 0 0 6 13 19
Amöneburg 0 0 0 2 2
Mitte 0 0 1 0 1
Westend 0 0 0 0 0

Hinweis: Die Summe der Stadtbezirkszeilen weicht geringfügig von der Gesamtzahl 3.363 ab. Zum einen gibt es in den Originaltabellen geringfügige Abweichungen in einzelnen Marktjahren. Zum anderen fasst der Bericht für das Marktjahr 2011 Rambach, Heßloch, Kloppenheim und Igstadt in einer gemeinsamen Tabellenzeile zusammen; diese Fälle sind keinem einzelnen Stadtbezirk zugerechnet und in der Tabelle nicht enthalten.

Was hat das mit dem Generationenwechsel zu tun?

Die Daten zeigen nicht, warum ein Haus verkauft wurde. Die veröffentlichten Marktberichte enthalten weder das Alter der Verkäufer noch eine systematische Verknüpfung mit Erbfall, Pflege, Verkleinerung, Scheidung oder anderen Verkaufsanlässen. Auch ein älteres Baujahr bedeutet nicht automatisch, dass der Eigentümer ebenfalls älter ist. Eine direkte Zahl „Verkäufe durch Generationenwechsel“ lässt sich deshalb aus den Marktberichten nicht ableiten.1

Trotzdem ist die Altersstruktur für den Generationenwechsel relevant. Sie zeigt, auf welchen Gebäudebestand künftige Eigentümerwechsel treffen. Gerade freistehende Einfamilienhäuser stammen in den ausgewerteten Verkäufen überwiegend aus älteren Baujahren. Wenn solche Immobilien innerhalb einer Familie übertragen, geerbt oder verkauft werden, geht es häufig nicht nur um den Eigentumswechsel selbst, sondern zugleich um Sanierungsbedarf, energetischen Zustand, Wohnflächen, Barrierefreiheit und die Frage, ob die nächste Generation das Objekt selbst nutzen, vermieten oder veräußern will.

Claudio Bonelli, Geschäftsführer der GRUNDUM Immobilien GmbH und Gründer von FABONO:

„Beim Generationenwechsel wird oft zuerst über die Zahl der Erbfälle gesprochen. Für den Immobilienmarkt ist aber ebenso wichtig, welche Häuser in die nächste Eigentümergeneration kommen. In Wiesbaden sehen wir besonders bei freistehenden Einfamilienhäusern einen hohen Anteil älterer Baujahre. Damit trifft der Generationenwechsel auf einen Bestand, bei dem häufig gleichzeitig über Modernisierung, Nutzung und Verkauf entschieden werden muss.“

„Die Zahlen belegen noch keine Verkaufswelle. Sie zeigen vielmehr die Ausgangslage. Ob und wann ältere Häuser tatsächlich auf den Markt kommen, hängt von vielen Entscheidungen ab – und genau diese Entscheidungsebene ist in den bisherigen Grundstücksmarktstatistiken kaum sichtbar.“

Eine Datenlücke bleibt

Baualter und Stadtbezirk werden in den Berichten getrennt ausgewiesen. Deshalb lässt sich beispielsweise belastbar sagen, dass in Sonnenberg 187 freistehende Einfamilienhäuser verkauft wurden und dass freistehende Einfamilienhäuser stadtweit besonders häufig älteren Baujahres sind. Aus den veröffentlichten Tabellen lässt sich jedoch nicht bestimmen, wie viele dieser 187 Sonnenberger Häuser vor 1975 oder 1978 gebaut wurden. Ebenso fehlt der Verkaufsanlass. Eine künftige Verknüpfung von Stadtbezirk, Gebäudetyp, Baujahr und Verkaufsanlass könnte den Generationenwechsel auf dem Immobilienmarkt wesentlich genauer sichtbar machen.

Datenquelle: Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Wiesbaden, Immobilienmarktberichte 2012 bis 2026; eigene Auswertung.

Alle Tabellen und Erläuterungen zur Auswertung: FABONO Research – Einfamilienhäuser in Wiesbaden

1 Die veröffentlichten Tabellen der Immobilienmarktberichte erfassen bei den hier verwendeten Auswertungen Gebäudetyp, Stadtbezirk, Baujahr und Kaufpreise, aber keine systematische Verknüpfung mit Verkäuferalter oder Verkaufsanlass. Aussagen zum Generationenwechsel werden deshalb als strukturelle Einordnung formuliert, nicht als Nachweis eines Erbfalls oder eines bestimmten Verkaufsgrundes.

Über den Autor

Claudio Bonelli arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Immobilienwirtschaft und beschäftigt sich als Gründer von FABONO mit Erbimmobilien und dem Generationenwechsel von Immobilienvermögen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Folgen dieser Wandel für Eigentümer, Immobilienmarkt und Wirtschaft hat. Er ist Geschäftsführer der GRUNDUM Immobilien GmbH sowie Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH), Immobilienfachwirt (IHK) und Sachverständiger für die Bewertung von Grundstücken (Zertifikat der Fachhochschule Kaiserslautern).

Über FABONO FABONO ist die Spezialisierungsmarke für Erbimmobilien unter der GRUNDUM Immobilien GmbH (HRB 29647 Wiesbaden). Das Team rund um Geschäftsführer Claudio Bonelli begleitet Erbengemeinschaften und einzelne Erben durch alle Phasen der Auseinandersetzung — von der ersten Orientierung über die Bewertung bis zur Veräußerung. Bei rechtlichen und steuerlichen Detailfragen vermittelt FABONO an Berufsträger im Netzwerk. GRUNDUM Immobilien betreut zudem Wohn- und Geschäftsimmobilien in der Rhein-Main-Region (Wiesbaden, Mainz, Frankfurt, Alzey).

Pressekontakt

Claudio Bonelli, Telefon 0611 974514145, FABONO – eine Marke der GRUNDUM Immobilien GmbH
www.fabono.de, presse@fabono.de

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